Fußnoten Waldenser

  1.  Diese Schätzung ist rein spekulativ, stützt sich aber auf eine Schätzung, die für die deutschen Juden in der BRD erstellt wurde, die sich auch zwischen Gemeindemitgliedern und Nichtgemeindemitgliedern unterscheiden: "In der Gegenwart gibt es 65 jüdische Gemeinden in der Bundesrepublik mit ca. 28.000 Mitgliedern. Da ein Teil der jüdischen Bevölkerung nicht Gemeindemitglieder sind, wird die Gesamtzahl der Juden in der Bundesrepublik auf ca 50.000 geschätzt" Heckmann (1992: 13). Auch Tourn gab übrigens für die Gesamtpopulation der Waldenser 45.000 an (Tourn 1980: 259).
  2.  Diese Feststellung bezieht sich auf die Organisation der Waldenserkirche. Sie bedeutet nicht, daß die Waldenser eine segmentäre Gesellschaft sind.
  3.  Zum Beispiel Geschwister, Eheleute, Schwiegereltern mit Schwiegertochter oder Schwiegersohn, Verwandtschaft in aufsteigender und absteigender Linie (Cañedo 1987: 96).
  4.  Dieser Ausdruck wurde in Verbindung mit den Nachnamen mehrmals erwähnt. Er stammt eigentlich von Weinflaschen. Die Bezeichnung DOC   heißt Denominazione di origine controllata : Bennenung von kontrollierter Herkunft.
  5.  "[...] Agape kann eine entscheidende Wende im Leben und in der Berufung der Waldenserkirche darstellen, mehr noch des italienischen Evangelismus' [Streben nach einer evangelischen Lebensweise], der für all das offen sein wird." [Übersetzung S.M.L.]
  6.  Seit seiner Entstehung wurde Agape meist vom Ausland finanziert.
  7.  Die Mitglieder des MCS   wurde von einigen Leuten "Quaderni rossi valdesi" - "waldensische Rothefte" genannt (Bouchard 1990: 90).
  8.  Viele weitere kleinere Zentren, zum Teil interdenominational, entstanden vor allem in Norditalien: San Marzano, Viering, San Fedele d'Intelvi, Tramonti di sopra, Vallecrosia, Borgio Verezzi, Rio Marina auf Elba und das Zentrum Casa Cares in Regello bei Florenz (Bouchard, Giorgio: Partecipazione e testimonianza , in: Commissione di studio per la diakonia [Hg.], Nr.2, 1989, S.5-48).
  9.  Hier seien einige Beispiele für Seminarthemen des Sommercamps 1993 in Agape genannt: Interkulturelle Kommunikation, Formen von Rassismus, Glauben und Homosexualität, Einwanderung und Religionen, Glaube und Wissenschaft. Außerdem fand ein internationales Camp zum Thema: Divided States of Europe (ethnische und rassische Konflikte) statt.
  10.  Während die Jugendlichen sich schon 1951 unter einen Dachverband zusammenschlossen, folgten die Kirchen erst 1967 mit der Gründung des Evangelischen Kirchenverbandes in Italien, der FCEI .
  11.  "[...] den Brennpunkt des 'radikalen Denkens' im Innern (und oft auch im Äußern) der protestantischen Welt [...]" [Übersetzung S.M.L.]
  12.  "Fast alle Persönlichkeiten der italienischen Linken (aber nicht viele Kommunisten) ziehen durch den Saal von Agape: von Ferruccio Parri bis Danilo Dolci, von Lelio Basso bis Raniero Panzieri, von Giorgio Bocca bis Franco Fortini." [Übersetzung S.M.L]. Ferruccio Parri ist Journalist, Politiker und war Führer der antifaschistischen Widerstandsbewegung in Oberitalien. Er ist Mitbegründer der Republikanischen Partei Italiens. Danilo Dolci ist ein bekannter italienischer Soziologe, der Feldforschungen in Sizilien durchgeführt hat. Lelio Basso ist Sozialist und Direktor der Zeitschrift Mondooperaio - Welt der Arbeiter/Arbeitswelt -. Raniero Panzieri ist Soziologe, Gewerkschafter, Herausgeber der Quaderni Rossi - der Rothefte - Vordenker der linken "außerparlamentarischen Opposition", Sozialist. Giorgio Bocca ist Journalist und Kritiker und schreibt in den Wochenblättern L'Europeo und L'Espresso . Franco Fortini ist sozialistischer Schriftsteller, Dichter und Journalist.
  13.  Bouchard, geboren 1929, war unter anderem zwischen 1965 und 1967 im Exekutivrat und 1966 im Generalrat Agapes   tätig.
  14.  Die Zeitschrift des Dachverbandes der waldensisch, methodistischen und baptistischen Jugendlichen FGEI .
  15.  Karl Barth vertrat die Meinung, daß man Glauben und politisches Engagement nicht trennen kann.
  16.  "Wie hat sich der italienische Protestantismus und im besonderen die Waldenserkirche im 'Marxistischen Jahrhundert' gestellt? Auf anscheinend paradoxe Weise: [...] es war die Kirche, die die stärkste Durchdringung der marxistischen Kultur registriert hat, die dort seit 1960 bis heute vorherrschend ist: die Formationszentren (Agape!) [!], die Massenmedien, die Jugendbewegung, der Pastoralkörper, die besten Intellektuellen, die interessantesten 'Konvertierten', alle haben an dieser Hegemonie teilgenommen, oft haben sie sie aktiv gefördert." [Übersetzung S.M.L.]
  17.  Die Bezeichnung Agapini   bezeichnet in erster Linie die Gruppe der Jugendlichen, die in den 60ern das Bild Agapes   geprägt haben, wird aber auch für Leute benutzt, die häufig an Sommercamps in Agape   teilnehmen. Zusammenfassend meint Agapini : Anhänger Agapes   und seiner Ideen.
  18.  "Wir haben geglaubt, daß die Revolution ein Laboratorium der Zukunft   realisiert hätte, als es schon ein Experiment der Vergangenheit war: Wir haben nicht verloren, wir haben uns geirrt ." [Hervorhebung G.Bouchard; Übersetzung S.M.L.]
  19.  Bouchard (1989: 19) nennt insgesammt 22 Kulturzentren, an denen die Waldenser beteiligt sind und weist darauf hin, daß die Liste nicht vollständig ist.
  20.  Neben Waldensern werden hier auch Methodisten, Lutheraner und Baptisten ausgebildet.
  21.  Eine vollständige Auflistung der kulturellen und sozialen Einrichtungen findet sich im Anhang.
  22.  Eine Aufstellung der Zeitschriften, die von Waldensern veröffentlicht werden, findet sich im Anhang.
  23.  Die Form, in der die Katholische Kirche Ökumene konzipiert, führt immer wieder zu einer Ablehnung in der kirchlichen Zusammenarbeit. Die Waldenserkirche hat zum Beispiel am Weltgebetstag 1993 in Assisi aus diesem Grunde nicht teilgenommen.
  24.  "Der 17.Februar läßt uns an die Geschichte erinnern, zumindest siehst du sie wieder, sie ließen sie dich erleben, wie sie einst gewesen ist." [Übersetzung S.M.L.]
  25.  "Die Themen ändern sich, es verschwinden, vor allem ab den 60er Jahren, mit den schüchternen aktuellen ökumenischen Versuchen auch in den Tälern, die Dramen, die stark charakterisiert waren von dem katholisch-waldensischen Gegensatz, in denen die Katholiken immer negative Rollen einnahmen." [Übersetzung S.M.L.]
  26.  Dieses ist im Rahmen der Tradition. Peyrot (1990: 151) schreibt im historischen Rückblick dazu: "Le recitazioni erano curate dalla gioventù locale [...].": "Die Aufführungen wurden von der örtlichen Jugend gepflegt [...]." [Übersetzung S.M.L.]
  27.  Das Theaterstück von Angrogna, das von einer Theatergruppe verschiedener Gemeindemitglieder zur 300-Jahr-Feier der Glorioso Rimpatrio   1989 aufgeführt wurde, ist im Sommer 1993 in der Fernsehsendung Protestantesimo   ausgestrahlt worden.
  28.  Auf diese Besonderheit weist Bruna Peyrot (1990: 267-271) hin.
  29.  "Alexis Muston (1810-1883) [...] gibt dagegen eine romantische Leseweise der Waldensergeschichte. Sein Israël des Alpes   ist fesselnd wie ein Roman [...]. In diesem Buch ist die gleiche Atmosphäre, die man auch einatmet, wenn man den "Giuro di Sibaud" singt." [Übersetzung S.M.L.]
  30.  "Richtigerweise singt man ihn noch heute stehend, auf Sizilien, wie an den Ufern des Rio de la Plata. Der Satz: Die "Erde, wo die Väter" definiert tatsächlich nicht nur eine Identität, sondern viel tiefer, den Raum einer Berufung : Es ist Geschichte nicht Geographie." [Übersetzung S.M.L.]
  31.  Textrhythmus und Melodie würden auch erlauben statt "giuro" - ich schwöre: "giuriamo" - also wir schwören, zu singen.
  32.  Es sei an dieser Stelle noch einmal daran erinnert, daß auch Paolo Paschetto diese symbolische Bedeutung des Schwures von Sibaud bei der Illustration der Synodalaula 1939 aus Anlaß der 250-Jahr-Feier des Glorioso Rimpatrio , wie beschrieben wurde, nutzte.